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Kommerzielle Drohnen: Konzerne sichern sich den Luftraum

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Ihr wisst ja, in den USA sind sie uns bei technischen Entwicklungen immer einen Schritt voraus. Und das zeigt gerade den Freizeit-Piloten von Drohnen, dass es in der Zukunft immer ungewisser wird, wo man das Gerät fliegen lassen darf. Denn die großen Konzerne wollen die Hobby-Drohnen am liebsten ganz vom Himmel holen – und zwar aus gutem Grund. Sie wollen, dass kommerzielle Drohnen ungestört fliegen können.

Symbolbild: Kommerzielle Drohne

Symbolbild: Kommerzielle Drohne – geralt / Pixabay

Schon jetzt dürft Ihr Eure Drohne nicht überall steigen lassen, das ist klar. Ihr gehört ja nicht zu den Deppen, die ihr Geräte in der Nähe von Start- und Landebahnen starten lassen und damit Menschenleben riskieren. Und da gibt es noch weitere Bereiche, die strikte No-Fly-Areas sind. Welche Gebiete Ihr meiden solltet, zeigt Euch beispielsweise Map2Fly, ein öffentlicher Service, den ich Euch vor ein paar Tagen in einem Interview vorgestellt habe.

Klar, dass der Staat nicht alle Regionen für den Drohnenflug freigibt. Auch dass es Vorschriften dazu gibt, über welche Qualifikation man als Pilot ab einem bestimmten Drohnen-Gewicht verfügen muss, kann man nachvollziehen.

Natürlich gibt es so etwas in den USA auch, und die Regeln sind eher strikt. Geräte mit einem Gewicht oberhalb von 550 Gramm müssen bei den Behörden registriert werden.

Eine Vereinigung von Unternehmen, zu der auch der Google-Mutterkonzern Alphabet gehören, sowie auch der Fernsehsender CNN, Ford und die Öl-produzierende Industrie haben die Commercial Drone Alliance gegründet und kritisieren die aktuellen Regelungen. Sie fordern beispielsweise, dass sich alle Drohnen per Funkanforderung identifizieren können müssen. Amazon ist nicht Mitglied des Verbundes, unterstützt das Anliegen jedoch.

Drohnen: „Die Zeiten haben sich geändert“

Die bloße Anzahl von Hobbyflugzeugen, die im Himmel fliegen, mache die Befreiung von leichten Hobby-Drohnen von der Regulierung nun sinnlos, sagt die Alliance. Zum 31. Dezember 2017 hätten sich mehr als 873.000 Hobbybesitzer bei der FAA registriert, was nach Schätzungen mehr als 1,1 Millionen Drohnen entspräche. In den nächsten fünf Jahren prognostiziert die FAA, dass sich diese Zahl auf 2,4 Millionen Einheiten mehr als verdoppeln wird.

„Wir verstehen, warum Modellflug-Befürworter frei bleiben wollen, da sie seit Jahrzehnten sicher fliegen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert, und Bastler fliegen nicht mehr allein.“

Lisa Ellman, Co-Geschäftsführerin der Commercial Drone Alliance.

Was die Lobby-Vereinigung der Commercial Drone Alliance letztlich will, ist durchaus verständlich: Ungestört arbeiten. Paketdienste sollen sich entwickeln können, ohne dass Kollisionen mit privaten Drohnen befürchtet werden müssen. Die Regelung, störende Drohnen vom Himmel zu schießen oder sie mit Netzen zu fangen, dürfte auch nicht immer praktikabel sein.

Müssen wir also damit rechnen, dass private Drohnen künftig nur noch in abgezirkelten Gebieten rechtlich einwandfrei aufsteigen können? Das würde mich mittelfristig nicht wirklich wundern.

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