Fribo - ein "Freund" für Alleinstehende

Fribo – ein „Freund“ für Alleinstehende (© Foto: Yonsei Universität & KAIST)

Fribo: ein IoT-„Freund“ für alleinstehende junge Erwachsene?

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Wohl eher creepy – ein süsser kleiner Roboter für Menschen, die viel alleine sind.  Dies stellte eine südkoreanische Universität vor. Das niedliche Gerät heißt „Fribo“ und richtet sich keineswegs an die ältere Generation. Zielgruppe sind vielmehr jene Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die alleine einer Wohnung leben. Denn deren Zahl wächst auch beständig.

Die Flexibilität, die von Arbeitnehmern erwartet wird, steigt seit vielen Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen eines Arbeitsplatzswechsels alleine in einer neuen Wohnung in einer bis dahin eher fremden Stadt wiederzufinden, ist stets größer geworden. Das ist in Deutschland so, ebenso aber auch in Amerika und in Asien. Für ältere Menschen in einer isolierten Situation werden schon seit geraumer Zeit Roboter entwickelt. Nun haben die Forscher auch die jüngeren Erwachsenen entdeckt.

Fribo - ein "Freund" für Alleinstehende

Fribo – ein „Freund“ für Alleinstehende ((c) Foto: Yonsei Universität & KAIST)

Fribo, der wie ein niedliches Haustier erscheint,  soll die tägliche Kontakte zu Freunden und Bekannten pflegen. Dazu versucht er, möglichst viele Details deines Lebens zu erfassen. Die Stimme gehört übrigens nicht dazu, es ist also kein verkapptes Alexa-Gerät. In mancher Hinsicht ist Fribo aber schlauer als Alexa, er interpretiert nämlich alle Geräusche, die er hört.

„Fribo“ kann Geräusche erkennen wie etwa einen Staubsauger, eine Mikrowelle, eine Waschmaschine, eine Kühlschranktür und vieles mehr. Schließt oder öffnet sich die Eingangstüre oder eine bestimmte Zimmertüre? Frobot „versteht“ es, mit aktiver Unterstützung des jeweiligen Users. Darüber hinaus hat er auch einen Ultraschallsensor, mit dem er erkennt, ob sich der User im Raum befindet, wie hell und wie warm es im Raum ist.

Fribo: Ein Freund öffnet die Tür – aber welcher?

Ähnlich wie bei einem sozialen Netzwerk verbindet sich Fribo mit einem zentralen Server und teilt die Aktivitäten mit. Frobos von Freunde erhalten diese Information und teilen beispielsweise mit „Jemand die den Kühlschrank geöffnet, was mag er/wohl essen wollen?“ Ja, tatsächlich, das Gerät sagt  keineswegs, dass ein Freund den Kühlschrank geöffnet hat, aber nicht welcher. Sinn der Sache ist es, sich am Leben von Freunden zu beteiligen, ohne dass die persönliche Privatsphäre missachtet wird.

Das klingt merkwürdig, tatsächlich wird Fribo von ersten Probanen durchaus geschätzt. Nach einem mehrwöchigen Test gab es Aussagen wie:

Ich fühle mich, als ob ich mit Freunden im selben Haus leben würde, aber in einem anderen Raum.

Oder :

Fribo hat mir geholfen, die Stille und Leere zu brechen, die ich nach der Arbeit zu Hause fühlte.

Und:

Ich erzähle dem Roboter Dinge, die ich normalerweise nicht laut sagen würde.

Immerhin sind sich die Forscher bewusst, dass es auch Kultur-Grenzen gibt. Ob Menschen in MItteleuropa vergleichbar positiv gestimmt sind wie Südkoreaner in einer ähnlichen  Situation würde ich glatt mal bezweifeln. Und das sehen auch die Macher des Fribo so. Hier seht Ihr Fribo in Aktion:

 

 

Noch ist Fribo ein Prototyp von dem sich nicht sagen lässt, wann und wo (oder ob überhaupt) die Südkoreaner ihn auf dem Markt bringen.

Allen von Euch, die bei solchen Geräten doch eher skeptisch sind, kann ich übrigens Futter geben: Das „Korea Advanced Institute of Science and Technology“ (KAIST), Mitentwickler des Fribo, wird von vielen Wissenschaftlern gerade heftig kritisiert. Das Institut ist nämlich eine Kooperation mit dem führenden südkoreanischen Rüstungsunternehmen eingegangen. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI)  will man gemeinsam Kampfroboter entwickeln. Und das – da sind wir uns ja alle mal wirklich einig – geht überhaupt nicht.

Das wissend: würdet Ihr Euch Fribo ins Wohnzimmer stellen … ?

 

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