Cyberanzug mit Feedback per Datenbrille

Cyberanzug mit Feedback per Datenbrille (© Foto: Westsächsische Hochschule Zwickau)

Cyberanzug mit Datenbrille: Schutz vor Überbelastung

Reading Time: 2 minutes

Einen neuartigen Cyberanzug stellt die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) auf der Hannover-Messe  vor. Das System kombiniert eine Datenbrille mit den in der Kleidung untergebrachten, vernetzten Sensoren. Mit dieser Kombi aus sensorgespickter Jacke und einer Datenbrille lassen sich sowohl Überlastungen bei alten Menschen oder im Beruf rechtzeitig erkennen, ebenso lässt sich aber auch das Training von Sportlern optimieren.

Cyberanzug mit Feedback per Datenbrille

Cyberanzug mit Feedback per Datenbrille (© Foto: Westsächsische Hochschule Zwickau)

Zwei verschiedene Forschungsprojekte flossen in das Vorhaben mit ein. Zum einen eine Datenbrille mit Blicksteuerung. Damit kann der User Eingaben steuern, ohne die Hände bewegen zu müssen.

Ursprünglich entwickelten die Forscher für ALS-Patienten. Bei der derzeit noch unheilbaren ALS-Erkrankung verlieren die Menschen nach und nach ihre motorischen Fähigkeiten, können irgendwann auch nicht mehr gestikulieren oder reden. Die Datenbrille soll eine Kommunikation mit Angehörigen oder Pflegepersonal ermöglichen.

ALS wurde vor einigen Jahren durch die Ice Bucket Challenge bekannt, bei der sich Promis und jene, die sich als Promis fühlten, Eis über den Kopf kippten und die Filmchen anschließend auf Facebook veröffentlichten.

Die Wissenschaftler haben diese Datenbrille nun mit einem Anzug kombiniert, in den viele Sensoren integriert sind. Auf diese Weise kann das System die Bewegungen und Vitalwerte des Users tracken und somit eine Überlastung sofort signalisieren. Nutzbar wäre dies bei Tätigkeiten, bei denen Menschen schwere Lasten heben müssen.

Einsatzgebiet Sport: Beispiel Biatholon

Einen Anwendungsbereich sehen die Forscher um Prof. Dr. Rigo Herold der WHZ-Fakultät Elektrotechnik auch im Sport. Als Beispiel nennt er Biatholon: Dabei könnte der Anzug permanent den Puls des Sportlers erfassen und parallel dazu das Streckenprofil über die Datenbrille auswerten. Der Sportler bekäme von dem System regelmäßig Hinweise zu seiner Position auf der Strecke und seinen Vitaldaten und könnte etwa gezielt vor der nächsten Schießeinlage seinen Puls senken. Während des Schießens könnt die Datenbrille sofort das Trefferbild und die daraus resultierenden Strafrunden anzeigen. Während des Wettkampfes würde dem Sportler ständig seine Position angezeigt. Und schließlich könnten Sportler und Trainer nach dem Wettkampf gemeinsam den Ablauf auswerten und das Verhalten für die weiteren Trainings optimieren.

Den Cyberanzug zeigt das WHZ-Team erstmals auf der Hannover-Messe Ende des Monats. Wer will kann sich das System also mal im richtigen Leben anschauen.

 

Kommentar verfassen (Es kann einen Augenblick dauern, bis dein Kommentar erscheint)

%d Bloggern gefällt das: